Posts mit dem Label Eliara werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Eliara werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 26. November 2015

Entscheidungen

Yarebap – hier war er ja eher selten gewesen. Damals, in Kriegszeiten manchmal, aber sonst. Naja – aber letztlich eine Station wie viele andere auch.
Seine Stiefel klackten über den Boden, während er durch die Gänge lief. Dann hatte er die Tür gefunden und betrat den Raum.
Pierre trat in den mit gedimmten Licht und leicht gelblich beleuchteten Raum. Er war groß, durchaus 30 m² groß. Die ihm gegenüber liegende Wand war de facto ein großer Bildschirm, der einen Blick hinaus in das Weltall gewährte. Wahrscheinlich Yarebap selbst, der Sonne nach zu urteilen. Im Zentrum war eine Sofalandschaft ausgebreitet, dazu ein großer Tisch. Eliara schaute ihn schon nachdenklich an, Yanis ignorierte ihn und tippte auf seinem Pad herum.
„Hallo“ meinte Pierre nur lakonisch.
Eliara nickte ihm nur kurz zu, beobachte ihn aber weiter, wie er den Raum betrachtete.
Zu seiner Rechten war eine Bar, zu seiner Linken hingen einige Bilder, die sich auch über die anderen Wände verteilten.
„Hey ho.“ meinte er nur kurz, während er sich schon nach Rechts wandte und hinter die Bar ging.
Er suchte kurz und fand auch, was er suchte.
Ein hohes Glas.
Weißwein – hm, aus Aldilur, ok...
Er roch daran – recht intensiv, würzig. Aber welche Gewürze, war ihm schleierhaft. Naja, es war einen Versuch wert.
Grüner Quafe. Ein Schuss Gin. Ein Schuss Wodka.
Fertig.


Mit seinem Getränk ging er hinüber zu den anderen und setzte sich.
„Naja – dann los...“, meinte er nur, zu Eliara und Yanis blickend.


Gut zwei Stunden später hatte jeder einen Standpunkt vertreten. Vor- und Nachteile abgewägt.
In Manchem war man sich einig. In anderen Punkten nicht. Was aber zu erwarten war.



Eliara fasste es mit einem Seufzer nochmals zusammen.
„Tja, also letztlich – Yanis will bleiben. Hier und im HighSec.“ Dieser nickte kurz.
„Pierre will hier weg. Und auch aus dem HighSec gehen. Und ich... Ich weiß es nicht. Wirklich nicht. Pierre hat sicherlich klar gemacht, dass wir alle weiter das tun und lassen können, was wir wollen, auch wenn wir den HighSec verlassen. Und Yanis hat klar gemacht, dass Pierre hier im HighSec all das machen kann, was er mag. Oder zumindest von einer Operationsbasis im HighSec aus. Aber wir sind uns einig, dass wir als duMonde zusammen bleiben werden und die Dynastie dieser Familie weiter führen werden, richtig?“
Yanis winkte nur bestätigend mit seiner Hand, während er auf dem Pad irgendwas las. Pierre konnte es nicht erkennen – Börsennachrichten bestimmt.
Pierre nickte nur kurz dazu.
„Tja, jetzt fühle ich mich wie das Zünglein an der Waage. Na toll...“
Es war an der Zeit, seinen letzten Trumpf auszuspielen...
Pierre holte ebenfalls ein Pad hervor. Dabei fragte er Eliara:
„Hast du bei deinen Kontaktaufnahmen etwas erreicht? Perspektiven, Aussagen? Irgendwas?“
Eliara schaute ihm in die Augen, schüttelte dann aber leicht den Kopf.
Pierre nickte langsam.
„Ich schon. Hier, bitte.“ und übergab ihr damit sein Pad.
Sie hob eine Augenbraue, dann begann sie zu lesen. Zwischenzeitlich fragte sie, ohne mit dem Lesen aufzuhören: „Wer ist dieser Kaylin Briggs?“ beziehungsweise „Wer ist dieser Neovenator?!“


Nach einer Weile schaute sie wieder auf. Pierre hatte sich derweil den zweiten „Wild Rose“ gemacht. Eliara gab das Pad weiter und Yanis begann zu lesen.


„Naja, dann folgt halt diesmal die Familie dir, Mr. Pierre duMonde … Aber wenn es scheiße wird, bist du Schuld!“




Ganz leicht konnte Pierre ein Lächeln bei Eliara erkennen.

Donnerstag, 11. September 2014

[Pierre & Eliara] Fleet Missions




Pierre


Tja, mein Schwesterchen-Nach-Recht hat sich ja als nun Cheffin der ach so tollen Familie duMonde eine Corp mit anderen Kapselpiloten gesucht, um dort ihr neues Imperium aufzubauen. Große Pläne und so.
Wen's interessiert. Mich weniger.
Bis jetzt.

KI, spiel die Nachricht doch nochmal ab!
Hallo Pierre! Sag mal, du interessierst dich doch für diese Aufträge der Agenten, hm? Weil, naja, einige meiner Freunde hier wollen wohl gemeinsam einige der profitableren Aufträge gemeinsam angehen. Und sie hätten kein Problem, wenn mein Brüderchen, also du, dich da dazu gesellen würdest! ISK kannst doch gebrauchen, oder? Und auch was lernen. Fliegen wohl riesige Schlachtschiffe! Ist wohl auch für die Empire Familie – du weißt, die in Amarr. Wenn die unseren Namen zumindest mal kennen würden...
Naja, überlegs dir! Küsschen!

Manchmal kann ihre gute Laune echt anstrengend sein – aber schlecht klingt das nicht. Schlachtschiffe. In einer Flotte. Für die ganz großen Agenten. Und ISK.
Aber es ist auch gefährlich. Müsste ich mich in meiner Thorax zurückhalten...

Aber hey – davor schrecken wir jetzt mal nicht zurück. Im Zweifelsfalle ist Eliara Schuld und muss mir ne Neue kaufen!



Wenige Tage später dann ist es soweit – durch Eliaras Einfluss bekomme ich dann auch eine Einladung zu der Flotte und schaue mir die Schiffe einmal näher an.
Wow. Golem-Klasse! Und noch ein Maraudeur der Paladin-Klasse! Sowie ein Amarr-Schlachtschiff. Dem äußeren nach zu urteilen. Die KI erkennt es sofort als Schiff der Abaddon-Klasse. Das ist eine Flotte, die reichen würde, ganze Planeten zu nehmen! Wer will das denn aufhalten? Ha, das wird ein Spass!




Gemeinsam wird sich abgesprochen und ein erstes Versteck der Piraten aufgesucht. Dieses ist tatsächlich sehr gut verteidigt, schnell tauchen nicht nur Kreuzer und Fregatten, sondern auch einige Schlachtschiffe auf! Während ich mich vornehmlich der Fregatten annehme, beginnen die Schlachtschiffe mit ihrem Feuerwerk – und in kürzester Zeit sind Schiff um Schiff nur noch Wracks. Beeindruckend! Solcherlei will ich auch fliegen können!




Es ist nicht einfach, immer in Bewegung zu bleiben und nicht zu viel Aufmerksamkeit der dicken Dinger auf mich zu lenken. Aber meist gelingt mir dies. Wirklich gut.















Dreck! Weg hier! Weg weg we....
Puh, war das knapp!



















Ja, hat sich gelohnt! Gar nicht so doof, diese Leute hier...


Eliara


Schau mal einer an – der Pierre hat sich doch tatsächlich auf mein Angebot mit der Flotte eingelassen. Gut gut, hoffentlich freundet er sich da mal mit einigen hier an. Macht mir machmal echt Sorgen, dieser sture Einzelbrödler. Aber den bekomm ich auch noch überzeugt.



Und neben recht fröhlicher Bewertung schickt er sogar noch einige Aufnahmen mit! Mal schauen...
Riesig, diese Schiffe. Wenn der Pierre wüsste, wie schwer es ist, solch ein Moloch in den Warp zu bekommen... Aber ihn interessiert ja wohl mehr das ISK. Und das Prahlen danach. Naja, soll er.





Und Kämpfe. Wracks. So viele Wracks. Wieviele Hunderte, nein Tausende wohl allein auf einem der Schlachtschiffe arbeiten? Und die meisten dort sterben. Im Beschuss dieser Kapselpiloten. So schlimm. So falsch. Und dann wundert man sich, dass sie uns hassen? Wir einen Ruf als Mörder haben? Denn letztlich, letztlich sind wir es dann doch!









Das sind keine Wunderwerke unserer Technologie – vielmehr sind es Dämonen des Todes! Raketen, wie hungrige Mäuler sich durch diese angeblich so bösen Feinde fressend. Sie glauben wahrscheinlich, es mit Piraten, Monstren mit seltsamen Rieten, Verbrechern und sonstigem zu tun zu haben – aber letztlich sind es Menschen! Feige, sie abzuurteilen, ohne sie zu kennen!









Und am Ende bleiben nur Wracks und Leichen!

Boah, bin ich wütend! Wenn ich diese Kerle unter die Finger bekomme, können Sie sich was anhören!

Dienstag, 15. Juli 2014

[Eliara] Der Weg 02

Eliara lehnte an der metallenen Wand und sank zusammen. Ihre Sicht verschwamm, dunkle Schatten umrahmten sie. Ihr Herz schlug so schnell, dass es es eher einem zuckenden, wimmernden und schmerzenden Etwas wurden denn ihr ihr sonst so bekanntes Herz. Sie zitterte am ganzen Leib. Fror und schwitzte gleichzeitig.

Panikattacke! Die letzte war schon verdammt lange her! Sie versuchte, dagegen anzukämpfen, aber vergebens. Sie ... brauchte ... dringend …
Sie fand die Schachtel. Verlor sie wieder. Der Körper war ein Fremdkörper geworden. Irgendwie schaffte sie es dennoch. 2 Tabletten. Erlösung. Rettung. Als diese anfingen, zu wirken, nahm sie nach und nach ihr Umfeld wieder war. Genau, sie hatte sich in eine Toilette geflüchtet. Dort hinten war noch ihre Tasche. Sie selbst lag noch auf dem Boden, um sie herum die Perlen ihrer Kette, die nun nicht mehr war. Dazu überall die Tabletten. Die Schachtel, kaputt.
Mühsam erhob sie sich, ging zum Waschbecken und schöpfte sich etwas Wasser in ihr Gesicht. Wollte nicht in den Spiegel schauen. Tat es aber doch. Das Maskara war durch den Schweiß – oder das Wasser des Waschbeckens – etwas verschmiert. Muss neu gemacht werden.
Langsam entfernte sie das MakeUp. Der Körper gehorchte wieder. Meistens. Das Zittern ließ langsam nach. Machte das MakeUp aufbereiten nicht einfacher. Dann räumte sie den Boden auf. Richtete ihre Kleidung neu.
Schaute wieder in den Spiegel, sich auf das Waschbecken stützend. Ihre Augen lagen in dunklen Höhlen. Gott, sah sie zerstört aus. Sie suchte das MakeUp heraus und begann, sich etwas herzurichten. Nach vielleicht 10 Minuten gab sie auf, es würde nicht besser werden. Sie sah immer noch furchtbar aus. Aber sie wusste nicht, wie lange sie hier war. Sie musste weiter. Jetzt.
Langsam, zaghaft fasste sie sich über die Schulter an ihren Rücken. Fühlte das Metall. Zuckte wieder zurück. Ob die Attacke von den Medikamenten kamen? Die Operation war erst gestern geschehen. Das Kribbeln hatte zu guten Teilen aufgehört. Irgendwann, sie wusste nicht genau, wann. Es war auf jeden Fall jetzt weniger. Naniten, hatten die Ärzte gesagt. Um die Heilung zu fördern. Metall, in ihrem Körper. Verbunden mit ihrem Rückenmark. Ihrem Gehirn. Und was nicht noch alles. Unerklärlicherweise hatte sie nachwievor … Angst. Angst vor diesen … Dingen in ihrem Körper. Angst vor dem, was noch kommen würde. War sie eigentlich noch ein Mensch? Oder irgend etwas anderes?
Aber es gab kein Zurück mehr. Musste weiter gehen. Die Ärzte hatten gesagt, dass es notwendig war. Dies zu testen. In Realität.
Und sie warteten nun bestimmt schon auf sie. Also los!
Sie verließ den Raum. Aber Angst, Angst hatte sie immer noch.



“Miss duMonde” grüßte sie der ihr noch unbekannte Mann und sie schüttelten sich die Hände. Ihre Hände waren bestimmt verschwitzt, aber die Hände dieses Mannes übertrafen die ihren definitiv. Mit leichtem Ekel wischte sie sich dezent ihre Hände ab, was er nicht zu bemerken schien. Sie hatten selten jemanden gesehen, der so dick war. Und verschwitzt. Und alt. Und eklig.
“Und, sind sie soweit? Ich bin der technische Leiter dieses Tests, Doktor Elon wartet bei der Kapsel schon auf sie. Bleiben Sie ruhig und machen sie sich keine Sorgen, es wird alles ganz wunderbar laufen. Nie was passiert bis jetzt. Dort drüben befindet sich eine Umkleidekabine.” Er nickte ihr aufmunternd zu, und sie kam nicht umhin, zu bemerken, dass sein Blick etwas zu lange auf ihr verharrte.
Angeekelt wendete sie sich ab, noch ein kurzes “Danke” murmelnd. Furchtbar! Schnell verschwand sie hinter der Umkleide, wo sie ihre Kleidung ablegte und gegen dieses hautenge, immer wieder unangenehme Ding tauschte. Alles zu? Ok - nur weg hier! Ohne sich weiter umzusehen, folgte sie dem Wegweisern und stand kurz darauf in einem kleinen Hangar. Ein Frachthangar, wie es ihn eigentlich viele gibt. Nur hier befand sich in der Mitte eine Art Podest, in der die dort verankerte Kapsel mit Klammern gehalten wurde. Mit rund 4 Metern Durchmesser war sie nicht sehr groß. Eliara empfand sie sogar als winzig. Da sollte sie hinein?! Und dann hinaus ins Weltall?!
Kurz überlegte sie nochmals, einfach umzudrehen und wegzulaufen. Wurde aber doch unterbrochen.
„Ah, da sind sie ja endlich. Ganz wunderbar, dann können wir sogleich beginnen.“ Die Stimme kam von hinter ihr – und über ihr. Eliara drehte sich und sah von einer erhöhten Plattform - unter der das Schott war, durch das sie gerade hierher gelangt war - einen Mann zu ihr hinunter schauen. Leicht graue Haare ließen auf ein Alter zwischen … vielem schließen. Man weiß ja nie.
„Ich bin Aris Eron, sehr erfreut. Ihnen geht es gut? Aufgeregt?“ Leichte Panik machte sich wieder breit. Wusste er etwas? Bemerkte er etwas? Seine ruhigen, auf ihr ruhenden Augen hatten aber etwas … beruhigendes. Fast verstehendes. Eliara lächelte ihn vorsichtig an und nickte.
„Ja, ziemlich...“ meinte sie nur.
„Das ist gut, sollte man in einem solchen Moment auch sein. Dann bleibt er auf ewig in ihrem Gedächtnis – was ja dann wohl einiges heißen sollte, nicht wahr?! Aber ich kam noch nicht dazu, die letzten Vorbereitungen abzuschließen, sie sind etwas zu früh dran. Schauen sie sich um, bis ich fertig bin!“
Seine ruhige, sonore Stimme beruhigte Eliara weiter. Fast, wie wenn ihr Vater mit ihr reden würde. Es tat gut. Sehr.
Sie nickte kurz zu und beobachtete einen Moment, wie er wieder hinauf auf das Podest ging und dort weiter irgendwelche Dinge tat.

Ihr Blick ging wieder hinüber zur Kapsel. Schaute sie an. Ein Gedanke blitzte auf. Diese Kapsel würde nicht nur viel ihres zukünftigen Lebens bestimmen. Definieren. Nein – nicht nur das. Es war sogar Ihre. Ihr gehörende. Ihre Kapsel!
Langsam ging sie hinüber, umrundete sie einige Male. Panzerung, so legiert, dass sie trotz ihrer geringen Dicke dem meisten, was das Weltall zu bieten hatte, trotzen konnte. Zumindest, wenn nicht darauf geschossen wurde... An der Seite, auf  vielleicht 1 Meter Höhe, befand sich eine verschlossene Klappe. Eliara ging darauf zu, begutachtete sie kurz. Wartungseinschub? Sie sah kein Schloss oder eine Verriegelung irgend einer Art. Kurzes Schieben und drücken – nichts. Einer Eingebung folgend legte sie ihre Hand darauf. Es machte kurz klick – und öffnete sich. Kurze Glücksgefühle durchströmten sie, während sie das Innere dessen betrachtete. Hauptverteiler und Sicherungen. Ein Display, was sich aufhellte und eine grobe Verdrahtung darlegte. Sie begann, damit zu spielen. Leistungsdaten des Reaktors – nett. Aufzeichnung bisheriger Grenzfälle – keine. Neu gebaut?! Daten zur internen Rechenleistung – echt jetzt?! Diese Rechenleistung war enorm! Auf nur 4 Metern Durchmesser?! Woher?! Wofür?! Ach, halt – wofür. Da gab es ja diesen Punkt der Übertragung ihres Bewusstseins. Stimmt wohl... Macht irgendwie dennoch ... Gänsehaut!
„Herr Eron, was ist das für ein Rechensystem in dieser Kapsel? Ist ja enorm für so wenig Volumen!“ rief sie hinter sich. Und durchstöberte weiter die Daten. Lebenserhaltende Systeme. Eine Menge darüber... Flüssigkeitsstand und Reserven. Temperaturen. Drücke. Speicherkapazitäten. Sogar Daten über Systeme im Universum.
Eine Hand legte sich auf ihre Schultern und Eliara schreckte kurz zusammen.
„Wollen wir?“ meinte Aris zu ihr. Sie beruhigte sich wieder und nickte, während sie seine Worte erst noch realisierte.
„Gut, dann los.“ meinte er und deutete auf eine Stelle, die ihr bis jetzt nicht aufgefallen war. Aber aus der direkten Nähe konnte sie erkennen, dass dort anscheinend ein in die Außenwand eingebettetes Schott war. Eine Tür, nahezu perfekt übergehend in die Außenwand der Kapsel. Kurz blickte sie zu Aris, dieser nickte sie nur kurz und mit einem wärmenden Lächeln an. Sie berührte das Schott mit ihrer Handfläche. Kühl. Kurz darauf aber begannen Geräusche nach außen zu dringen. Das Schott schob sich nach vorn und zur Seite und ein Sitz fuhr nach außen. Dazu konnte man einen Blick in das innere erhaschen – was wenig mehr war als Platz für den Sitz selbst und metallene Wände.
Und dieser Sitz sah verdammt unbequem aus!
Nichts desto trotz begann Aris, ihr einige Dinge zu erklären.
„Hier links sind einige Taschen. Ein weitere Anzug hat hier Platz. Dort sind Nahrungskonzentrate. Hier auf der rechten Seite befindet sich ein Notfall-Bedienfeld. Unter dem Sitz befestigt ist ebenfalls eine Tasche – die meisten Kapsuler nutzen sie für Waffen. Naja, Kapsuler halt. Allemal, hier hinter dem Sitz ist der Anschluss zum Schiff. Sozusagen ihre Verbindung mit der Kapsel und über diese mit dem Schiff selbst, in welches die Kapsel in der Regel eingebettet ist. Aber nicht heute, heute testen wir nur einmal die grundsätzliche Funktionsfähigkeit der Verbindung und der Kapsel selbst. Schiffe kommen später!“ Kurz zwinkerte er ihr zu und sie ertappte sich dabei, zu lächeln.
Er deutete vorsichtig auf den Sitz und nach kurzem Zögern setzte sie sich darauf. Kurz darauf war sie dank Aris fest verzurrt mit dem Sitz selbst und er trat einen Schritt zurück.
Unsicher beobachtete sie die Umgebung, die Kapsel, Aris, den Sitz, sich selbst.
Ihr war flau im Magen. Sehr.
Aris tat einen Schritt zurück, musterte noch einmal alles und nickte kurz vor sich her.
„Sehr gut, alles fertig. Ich werde sie jetzt verbinden und danach den Hangar verlassen. Viel Glück Ihnen, Miss duMonde!“
Ohne große Umschweife trat er neben sie und fing an, hinter ihr zu hantieren. Oh Gott!!! Ihr Finger fing wieder an zu zittern. Sie wollte schauen, was er tat, konnte aber nicht. Wollte sich auch nicht verraten.
Und da stand er auch schon wieder vor ihr, strahlend.
„So, das war's. Alles wunderbar, bis gleich!“
Ohne weitere Worte wand er sich um und ging hinaus.
Irritiert und verwirrt bewegte Eliara ihren Kopf etwas – und tatsächlich. Leicht bemerkte sie, wie mit ihrem Körper nun etwas verbunden war. Aber nur wenig – konnte sie sich doch kaum bewegen in dem Sitz. Sonst merkte sie nichts. Seltsam.
Aris war noch nicht ganz aus dem Hangar, da begannen im Schiff wieder Geräusche zu ertönen. Der Generator sprang an und ehe Eliara es ganz realisieren konnte, schob sich ihr Sitz – und sie mit ihm – in die Kapsel hinein und das Schott schloss sich. Dämmriges, hellblaues Licht erfüllte nun das Innere.
Eliara versuchte, sich zu beruhigen. Denk an die Übungen! All die Übungen! Simulationen! Das hier ist ganz gleich! Genau so! Also mach es genau so!
Nur – war es real ….
Im gleichen Moment wurde Flüssigkeit in den Innenraum gepumpt. Schnell – verdammt schnell. Ehe Eliara sich versah, war es auf Brusthöhe und ehe sie aufschreien konnte, war der Innenraum komplett gefüllt damit.
Was sie nicht davon abhielt, zu schreien. Panik machte sich wieder breit. Sie versuchte, den Sitz zu verlassen. Vergebens. Bekam keine Luft mehr. Würde ersticken!
Nein, würde sie nicht! Die Reflexe ihres Körpers bekämpfend, versuchte sie sich verzweifelt, etwas zu beruhigen.
OK, atmen. Wie in den Übungen. Erst alles raus, jeden Rest Luft. Yup, das hat der Schrei erledigt. Dann rein. Langsam.
Langsam(er) holte sie etwas „Luft“. Zu schnell, langsamer! Noch langsamer, gegen den Druck ihrer Lungen ankämpfend, füllte sie ihre Lungen mit der Flüssigkeit. Und begann, zu atmen. Ein. Aus. Ein. Aus. Gut so! Wie in den Übungen! Sehr gut!
Nach einigen Momenten hatte sie sich beruhigt. Das wäre geschafft. Wie weiter?
„Eliara.“ Die Stimme von Aris – woher? Lautsprecher?
„Ich werde jetzt die Verbindung zwischen dir und dem Schiff einleiten. Bleibe einfach ruhig. Es kann nichts passieren, wir sehen hier alles und können immer eingreifen.“
Kurz überlegte sie, ob sie etwas antworten sollte.

Im nächsten Moment war sie im nichts. Leere umfüllte sie. Nichts als dunkle Leere.

„Synchronisierung abgeschlossen.“

Der Hangar. Sie war zurück im Hangar. Stand inmitten der Brüstung, in der die Kapsel gewesen war. Nur das Licht war anders. Heller. Die Wände hatten mehr Schattierungen. Und – waren leicht schimmernd. Durchsichtig? Durchsichtig! Wie war das möglich? Sie konnte plötzlich einfach so durch einige Schichten an Wänden hindurch sehen!
Dann realisierte sie den Vorgang. Sensoren unterschiedlichster Art. Kameras. Infrarot. Ultraschall. Radar. Die Kapsel übersetzte all dies in ihr bekannte Informationen. Ließ sie „sehen“, „hören“ und „riechen“.
Sie drehte sich um sich selbst, den Hangar beobachtend. Das Gerüst um sie herum viel dabei auseinander. Ihr war dies egal. Auch wenn sie das Gerüst auf irgend eine Art und Weise „fühlen“ konnte. Sie konnte so viel mehr sehen! Stromleitungen, gleißend hell. Schilde hinter den Schotten. Entfernt - Menschen. Aris! Sie wusste einfach, wo er ungefähr war! Unglaublich!
Sie wollte hinaus! Ins Weltall! Wo war der Ausgang – dort, das Schott!
Sie schwebte darauf zu.
Schwebte! Seltsam. Warum war sie eigentlich noch sie selbst? Ihr Körper? Wenn sie doch...
Im nächsten Augenblick schon schwebte dort die Kapsel im Raum. Sie war die Kapsel geworden. Wie seltsam. Aber hey!
Aber wie weiter? Das Schott – wie auf bekommen?
Ein Signal senden...
„Schotten, öffnet euch!“ rief sie den Schotten entgegen – und diese gehorchten! Sie öffneten sich! Schnell bewegte sie sich hindurch, wusste irgendwie dass nur wenige Zentimeter Platz zwischen ihr und den Schotten waren.
Hinaus! Die nächsten Tore öffnete sie nur noch lässig mit einer Handgeste – auch das schien die Kapsel zu verstehen und zu übersetzen.

Und dann war sie hinaus. Aus der Station. Im Weltall.


Und sah dieses in einer Fülle, die kein normaler Mensch je sehen würde ...

Donnerstag, 5. Juni 2014

[Eliara] Der Weg 01


Das Dronentaxi bewegte sich zügig durch den Verkehr, während Eliara kurz hinaus schaute. Mies III zeigte sich von seiner besten Seite – strahlend blauer Himmel schien auf die Millionenstadt herab und sie glitten gerade über einer größeren Parkanlage hinweg, in der wohl ein Fest oder ein Konzert statt fand. Aber dafür hatte sie leider keine Zeit – und überraschenderweise auch wenig Lust. Irgend etwas war am vorgehen – und sie wusste nicht, was. Furchtbar, ihr linker Finger zitterte schon wieder seid einigen Tagen deswegen. Manchmal. Ihre Neugier und Aufgeregtheit hatte da manchmal seltsame Auswüchse. Naja - es würde sich wohl hoffentlich bald lösen.

Aber noch war es nicht so weit. Sie konzentrierte sich wieder auf das Hologramm ihres Coms und las weiter in dem Papier, das PIeCO veröffentlicht hatte. Es waren die ersten Ergebnisse zu einem neuartigen Antrieb, der jene speziellen Materialien einsetzte, die von jenen Sleepern aus den Wurmlöchern kamen, um ständig zwischen zwei – theoretisch – stabilen Zuständen zu wechseln. Gott, es war komplex! Und wohl auch noch nicht ansatzweise so stabil, wie erhofft oder nötig. Naja, und nach dem ersten Durchlesen hatte sie auch nur Bruchteile verstanden – aber mittlerweile hatte sie sich durch einiges durchgearbeitet. Und verstanden. Irgendwie zumindest.

20 Minuten später stand sie ihrem Vater gegenüber und sie drückten sich herzlich. Wie lange hatte sie ihn nicht gesehen? Ein halbes Jahr könnte durchaus schon vergangen sein – beide waren zu sehr beschäftigt, um sich häufiger zu sehen. Sie freute sich sehr, ihn wieder zu sehen, bemerkte aber auch sofort, dass auch er angespannt war. Zumindest sonst hatte er sich wenig verändert – die hellen blonden Haare (typisch für die du Mondes) ließen bei Suche die ersten Ansätze von Weiß erkennen, aber das war bei seinem Alter wenig überraschend. Sein Anzug stand ihm wie immer, wenig verwunderlich bei seiner Figur. Aber seine Augen hatten etwas den Glanz junger Jahre verloren in letzter Zeit. Ob er zu viel arbeitete? Aber nun ja, er würde bald CEO sein, was sollte man da erwarten.

„Komm erstmal mit. Wir haben wenig Zeit, nachher können wir in Ruhe reden. Großvater wartet.“ dabei zeigte er auf eine große, hölzerne Flügeltür und öffnete sie im nächsten Moment auch.

Eliara folgte ihm und betrat einen großen hellen Raum. Pflanzen aus den unterschiedlichsten Welten erfüllten den Raum und einzig ein riesiger schwerer Tisch war in der Lage, einen Akzent zu setzen gegen diese Vielfalt an Farben und Gerüchen. Ein Holofenster zeigte das rege Treiben außerhalb des Gebäudes und spendete gleichzeitig Licht. Ihr Großvater saß hinter dem Tisch und erhob sich gemächlich, um ihnen entgegen zu kommen. Er hatte mittlerweile noch mehr Zeichen seines Alters als beim letzten Male, als sie ihn sah. Die Haut war fleckig und wirkte fast wie Papier und auch seine Haltung war nicht mehr so gerade wie früher. Er war wirklich alt, aber schon immer sehr glücklich damit und wenig interessiert an all den Möglichkeiten, dem menschlichen Verfall entgegen zu treten. „Jeder hat seine Zeit“, hat er immer gesagt, „und meine habe ich sehr wohl genutzt.“ Als Gründer von MONDUE, einem mittlerweile weithin bekannten Designer und Produzenten von Schuhen, kann er dies wohl zurecht sagen...

„Schön, dass ihr gekommen seid. Setzt euch, setzt euch.“ Er deutete dabei auf einige lederne Stühle, um sich dann gemächlich wieder auf seinen Sessel zu setzen. Dann musterte er kurz seine beiden Gäste und schmunzelte dann. Eliara stellte fest, dass eine Augen immernoch das Leuchten von früher hatten. So viel Lebenslust und Neugier und Humor konnte man daraus lesen. Ja, es war nachwievor ihr Großvater, mit dem sie schon als kleines Kind gespielt hatte!

„Und, Eliara, hast du es dir noch einmal überlegt`“ frage er sie sodann und beide mussten schmunzeln ob dieses … fast schon Rituals.

„Nein, ich werde nicht wie der Rest meiner Familie Teil der Firma werden. Das weißt du doch. Dabei bleibt es auch weiterhin.“ Sie versuchte, es etwas genervter klingen zu lassen, als es mittlerweile war. Denn irgendwie war dieses Spiel auch schön. Ja, doch, war es.

Er schüttelte kurz und gespielt betrübt seinen Kopf und schaute sie dann wieder an. Ernster. Deutlich ernster.

„Ich weiß, ich weiß. Eigene Wege und so. Und ich kann dich ja verstehen. Zu gut sogar...“

Hm, das waren ja mal neue Töne! Woher?!

„Aber so bist du halt, hab ich mittlerweile auch verstanden. Und tatsächlich ist das vielleicht sogar eher die Zukunft als alles andere.“

Leicht verwirrt, wollte Eliara etwas einwerfen, kam aber nicht so weit – ihr Großvater redete einfach weiter.

„Ich habe darüber in letzter Zeit viel nachgedacht, weißt du? MONDUE war mir immer sehr wichtig, aber letztlich, wenn man es auf das wenigste reduziert, bleiben wir. Nicht die Firma, sondern wir, diese Familie, die wir sind. Das ist mir – und auch deinem Vater und vielen anderen – das wichtigste. Diese Familie zu erhalten und eine Zukunft zu geben.“

Eliara war verwirrt. Was war das denn für eine Rede?! Ein Blick zu ihrem Vater machte ihr klar, dass dieser durch sie und ihre Verwirrtheit durchaus erheitert war. Na toll!

„Dein Vater und ich haben seid einigen Jahren auf diese Zukunft hingearbeitet, Eliara. Und nun, endlich, ein Angebot bekommen. Ein Angebot, das wir weder ablehnen wollen noch können.“

Eliara war, eher selten, aber vorkommend, sprachlos. Kurzzeitig. „Vater?! Was ist hier los?!“

Ihr Vater legte ihr seine Hand auf die Schultern. „Alles ist gut, Eliara. Was Großvater sagen will ist, dass wir die Gelegenheit haben, drei Mitglieder unserer Familie zu Kapsulern zu machen. Unsterblichen. Die Zukunft der Menschheit liegt letztlich dort, bei jenen, dies wissen wir alle. Und unsere Familie hat die Chance, Teil dessen zu werden. Liebes, wir möchten, dass du eine von jenen Drei bist.“



Geschockt schaute sie ihren Vater und Großvater an. Sie – ein Engel des Todes?!